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Herbsttag

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"Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. 
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, 
und auf den Fluren lass die Winde los. 
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; 
gib ihnen noch zwei südlichere Tage, 
dränge sie zur Vollendung hin und jage 
die letzte Süße in den schweren Wein. "

                                     Rainer Maria Rilke

 

Liebe Leserinnen, lieber Leser,
der Sommer war sehr groß. Richtig heiße Tage hat er uns beschert. Mit den ersten Herbstwinden kommt nun die Erntezeit. Die Weinlese hat begonnen. In meinem Urlaub in Franken bin ich riesigen Traktoren und Mähdreschern auf der Landstraße hinterhergezuckelt. Erntemaschinen haben die menschliche Arbeit zu einem großen Teil ersetzt. Früher waren die ganzen Familien beim Einbringen der Heu-, der Getreide-, der Kartoffel- oder der Obsternte beteiligt und so auch näher dran am Geheimnis von Wachsen und Gedeihen. Bei uns in Uhlbach und Obertürkheim werden noch viele fleißige Hände bei der Weinlese gebraucht. Für viele ist das eine feste Tradition. Es ist harte körperliche Arbeit. Die Freude an herrlich gewachsenen Trauben aber und darüber, was aus der Mühe des vergangenen Jahres geworden ist, ist größer. Auch in diesem Jahr dürfen wir uns auf eine schöne Ernte freuen.
Vergessen wir nicht beim Anblick der herrlichen Trauben und bunt gefärbten Weinberge den, der Wachstum und Gedeihen ermöglicht. Vergessen wir nicht beim Genuss des Weines, der Säfte und der heimischen Früchte dem die Ehre zu geben, der Leben, Wachstum und Gedeihen schenkt. Vielleicht mit einem Dankgebet aus Psalm 36: „Bei Dir, Gott, ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Herbstzeit
Ihre Pfarrerin
Margarete Goth

Letzte Änderung amFreitag, 13 Mai 2016 10:24