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Andacht: Kann ein Lied ein Leben retten

Andacht: Kann ein Lied ein Leben retten?

Der Geldbeutel ist leer, der Benzintank ist leer, die Frau ist fremdgegangen, die Tochter bockt, der Job ist weg. Dan torkelt betrunken in die U-Bahn. Am Ende des Filmes sagt er, eigentlich hätte er sich an der nächstbesten Haltestelle vor einen Zug werfen wollen. Dan war Musikproduzent. Aber seine privaten Probleme wollte er mit Alkohol betäuben. So kam es, dass er auch in seiner Agentur nur noch chaotisch war. Lange hatte er keine neue CD mehr rausgebracht. Keinen Liedermacher hatte er auf den Weg zum Erfolg verhelfen können. Und dann? Und dann gerät er mitten in dieser trostlosen Nacht in eine Bar. Eine junge Frau, ähnlich verzweifelt wie er, wurde von einem guten Freund genötigt, ihren neuesten Song vorzusingen. Die junge Frau sagt, sie singe für alle, die sich schon einmal in einer Stadt einsam gefühlt haben. Dieses Lied berührt ihn. In seinem Kopf entsteht die Begleitmusik dazu. Mit diesem Lied beginnt seine Rettung. „Kann ein Lied ein Leben retten?" Das ist der ins Deutsche übersetzte Titel dieses Filmes.
Der Mann wurde gerettet. Er hat ohne Hilfe seiner ehemaligen Agentur mitten auf den Straßen und Plätzen New Yorks dieses und andere Lieder der jungen Frau aufgenommen. Dabei holt er seine Musiker im wahrsten Sinne von den Hecken und Zäunen. Spielende Kinder auf der Straße singen mit. Seine Tochter spielt erst zögerlich und dann ganz begeistert auf der Gitarre mit. An seinem Alkoholproblem arbeitet er. Wer hat ihn gerettet? Der Song? Der Kontakt mir den jungen Musikern? Die Arbeit? „Dein Lied hat mein Leben gerettet", sagt Dan zu der jungen Frau. Die Szene, in der Dan in die Bar kommt und das Lied samt Begleitung in seinem Kopf hört, wird im Film dreimal gezeigt. Bevor er aber in diese Bar kommt, gibt es eine kleine unauffällige Szene. Dan wird von einem Mann in der U-Bahn angesprochen. Dieser lädt ihn ein, Gottes Wege zu gehen. Er gibt ihm ein christliches Traktat in die Hand. Dan lacht verzweifelt auf und sagt: „Gott?" Dann steigt er aus und kommt zum Lied, das sein Leben rettete. Wer hat ihn gerettet? Diese kleine unauffällige Szene lässt mich fragen: Könnte es nicht Gott gewesen sein? Gott geht oft ganz andere Wege mit uns, als wir uns es für uns oder für andere Menschen vorstellen. Mitten in der größten Einsamkeit der Großstadt hat Gott ihn gerettet. Die Nächte werden länger in den kommenden Wochen. Die Tage werden kürzer. Einsamkeit zieht in manche Häuser und Herzen. Miteinander und mit Gottes Hilfe finden wir rettende Wege.
Herzlichst
Ihre Margarete Goth

Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld,
doch wandert nun mit allen, der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte kommt euch die Rettung her.
Jochen Klepper , Evangelisches Gesangbuch Nr. 16, Vers 4

 

 

Letzte Änderung amDienstag, 03 Mai 2016 16:40