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Besinnung Mai Juni Juli 2016

…als sei die Straße für Pfingsten schon geebnet, so reicht das weiße Tuch in den Mittelgang der Kirche hinein. Die weißen Tücher aus der Grabkammer Jesu, die der Auferstandene hinter sich gelassen hat. Das weiße Tuch weist uns auf einen neuen Weg hin, einen Neuanfang, ausgewickelt aus den Bandagen der alten Angst.
Ostern legt sich wie ein Weg vor unser inneres Auge, komm steh auf, trete heraus aus den dunklen Kammern, lass dich umwehen von dem Duft des Frühlings, geh auf den Sommer zu, feiere das Fest deines Lebens, lass diese Verheißung auf dich wirken.
Feierlich, es ist nur ein Moment, mitten im großen Karussell der sich immer schneller drehenden Weltgeschichte. Ein Moment der Besinnung, ein Moment der Freude am Leben, ein Moment der Zuversicht auf dieses große Leben schaffende Kraft der Auferstehung in uns allen!
Diese Momente brauche ich, ich habe sie so nötig wie mein täglich Brot, damit ich weiter machen kann, damit ich die Zuversicht behalte, damit ich aufschaue, wenn mich die Ungerechtigkeiten und die Verzweiflung erdrücken wollen.
Ein kleiner Moment in der Gemeinschaft von Menschen denen ich vertrauen kann, die meine Sorgen mit mir teilen und meine Gebete ernst nehmen. Ein kleiner Moment, der mich trägt wie ein Ton, der in der Luft hängen geblieben ist, nachdem die Orgel schon verklungen ist, der sich in mir festgesetzt hat und mich beruhigt und bestärkt.
Momente in unseren Kirchen, unseren Gottesdienste, unseren Gemeinden , die wie Wegweiser hinausreichen in unsere Lebensumfelder. Kraftquellen, von denen wir zehren.
Zwischen Ostern und Pfingsten und in den Sommer hinein, feiern wir eine Fülle der unterschiedlichsten Gottesdienste und sind eingeladen in Konzerte, planen Feste und werden intensive Gespräche führen, um miteinander auf diesem Weg zu gehen und füreinander da zu sein!
Wir sind alle eingeladen, den Schritt zu tun, die Bandagen hinter uns liegen zu lassen, den neuen Weg zu beginnen!
Ihre Pfarrerin Friederike Weltzien

Bild oben: Ostermorgen in der Petruskirche