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Sola fide, sola scriptura, sola gratia

AK Uhlbach, Bengerstuhl, Reformatoren AK Uhlbach, Bengerstuhl, Reformatoren

Die Portraits der drei berühmten Männer der Reformation prangen im Bengerstuhl der Andreaskirche in Uhlbach über den drei herrschaftlichen Stühlen.

Von links nach rechts: Philipp Melanchthon (1497-1560) Martin Luther (1483-1546) und Johannes Brenz (1499-1570).
Sicher ist, dass diese drei am 26.4.1518 bei der Heidelberger Disputation zusammentrafen. Martin Luther hatte die Möglichkeit bekommen, an der Universität seine reformatorischen Entdeckungen in der Bibel mit Professoren und Studenten zu diskutieren.
Johannes Brenz, württembergischer Priester in Schwäbisch Hall, war beeindruckt von den theologischen Ausführungen Luthers und seinem selbstbewussten Auftreten.
Philipp Melanchthon war sehr interessiert an den 95 Thesen Luthers vom 31.10.1517 und fuhr deshalb zur Heidelberger Disputation.
Im August 1518 kam Melanchthon an die Universität Wittenberg. Zeitlebens verband ihn mit Luther eine intellektuelle und eine persönliche Freundschaft.
Bei der Bibelübersetzung Martin Luthers war Philipp Melanchton als der Professor für die griechische Sprache ein unverzichtbarer Berater und Mitstreiter.
Johannes Brenz schloss sich dem reformatorischen Gedankengut Luthers an. So wurde er zum Reformator Württembergs. Unsere heutige Kirchenordnung und unser heutiger Katechismus, den die Konfirmanden lernen, zeigen seine Handschrift.

Am 31.10.2017 jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers zum 500. Mal. Dieser Tag wird in Deutschland ein Feiertag sein. Unsere Landeskirche hat vom 31.10.2016 bis 31.10.2017 ein Reformationsjubiläumsjahr ausgerufen. Viele Veranstaltungen und Ausstellungen in ganz Württemberg und in Stuttgart sind schon lange in Vorbereitung. Auch in den Kirchengemeinden soll der Reformation gedacht werden. Der Kirchengemeinderat Uhlbach wird am Wochenende um den 31.10.2016 dazu in einer Tagung auch beraten, wie wir bei uns der Reformation gedenken.

Martin Luther war Mensch und kein Heiliger. Seine Haltung im Bauernkrieg, seine Einstellung zu Hexenverfolgung und zu jüdischen Glaubensgenossen haben tiefe Wunden geschlagen. Sie sollen beim Feiern nicht verdrängt werden. Es ist wichtig, sich der Geschichte zu stellen. Unübertroffen aber bleibt für mich sein Studium der Bibel und seine Erkenntnis, dass der Mensch allein aus Glaube (sola fide), allein durch die (Heilige) Schrift (sola scriptura) und allein aus Gnade (sola gratia) selig werden könne.
Keine noch so guten Werke können uns vor dem Richterstuhl Gottes freisprechen von Schuld und Sünde. Allein durch Jesus Christus werden wir Gnade und Barmherzigkeit von Gott erfahren. Das befreit uns zu einem Leben, das für den Nächsten eintreten kann und sich vor niemanden ducken muss.
Ich wünsche Ihnen ein spannendes Reformationsjubiläumsjahr.
Herzlichst, Ihre
Margarete Goth

Letzte Änderung amDienstag, 06 September 2016 15:32