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Jahreslosung

Jahreslosung;

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Wenn ich diesen Vers lese höre ich das leise Gluckern einer Wasserstelle. Ich stehe davor, ganz umsonst sprudelt da Wasser aus der Erde und wer davon trinkt schmeckt den Unterschied. Wasser aus der Quelle, manchmal schmeckt das Wasser noch im Sommer nach dem Schnee, der mal in den Berg hineingeschmolzen ist.
Aber jetzt ist es nicht Sommer, und die Quellen umgeben sich eher mit Eiszapfen. Das Wasser gefriert, wohin man auch schaut, morgens der Reif auf den Gräsern, auf den Fensterscheiben der Autos. In den Pfützen spiegelt sich das Grau des Himmels. Und wir müssen achtgeben, dass wir nicht mit einfrieren.
In der Winterkälte gluckert uns die andere Quelle ganz verlockend, die mit dem lebendigen Wasser. Und ich bin durstig! Ich möchte dem Himmel entgegensehen und den Mund weit aufsperren. So wie ich es als Kind gemacht habe um die Regentropfen einzufangen, in Gummistiefeln und Regenjacke, die dicken Tropfen auf der Zunge sammeln. Wie bleibe ich in meinem Alltag, der immer nach Weihnachten wieder so machtvoll einsetzt, dem lebendigen Wasser auf der Spur? Wo begegnet es mir?
Am besten ich suche mir ein ruhiges Eckchen, und schließe die Augen, und frage mal nach, beim lieben Gott. Die Worte „lebendiges Wasser“ die springen so lustig im Kopf herum, sie fangen an zu tanzen. Ich höre manchmal mein Blut rauschen, wenn ich die Augen schließe und spüre wieviel Lebendigkeit durch meinen Körper fließt. In der Meditation fließen die Ströme ineinander. Meine Lebendigkeit kann sich vermischen mit einer ganz anderen Lebendigkeit. Da erwachen die Spürsinne, die mich verbinden, in denen ich über mich hinaus lausche, bis ich es wieder weiss, ganz gewiss und ohne Zweifel….mein kleines Leben ist eingebunden in diesen großen Kreislauf allen Lebens. Wie das Wasser verdunstet, wenn die Sonne darauf scheint und als Feuchtigkeit wieder Wolken bildet, bis es als Regen zur Erde zurückkehrt, so werden meine Kräfte fließen, aufgebraucht werden und immer wieder neu zurückkehren, eingebunden in den großen Kreislauf vom Werden und Vergehen. Lebendiges Wasser aus des Schöpfers Urgrund umspült meine Tage und Nächte und überbrückt meine Fragen.

Letzte Änderung amDonnerstag, 07 Dezember 2017 15:51