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Besinnung: Ruht euch ein wenig aus

Ruht euch aus Jakob Spaeth Ruht euch aus

Liebe Leserin, liebe Leser,

der Sommer bringt nicht nur Sonne und Hitze, er bringt auch die Ferienzeit. Die großen Ferien stehen für einen anderen Rhythmus, für eine ruhigere Zeit im Jahr. Die Schulen machen mehr als sechs Wochen zu, in den Büros bleiben die Arbeitsplätze mancher Kolleginnen und Kollegen leer. Man bekommt am frühen Morgen einen Sitzplatz in der S-Bahn und im Bus, selbst auf den Straßen in Obertürkheim und Uhlbach wird es ruhiger.
Die Ruhe, sie gehört zu unserem Lebensrhythmus dazu. Nachts die Ruhe nach dem geschäftigen Tag, sonntags die Entspannung als das Gegenstück zum Rest der Woche – und auch die Sommerferienwochen bringen ein bisschen Ruhe und Abwechslung in den Jahresrhythmus, nicht nur in den Familien mit Schulkindern.
Im Markusevangelium rät Jesus seinen Jüngern nach einer beschwerlichen Zeit: „Kommt mit an einen ruhigen Ort, nur ihr allein, und ruht euch ein wenig aus.“ (Markus 6,31) Jesus sieht, was seine Jünger jetzt gerade brauchen: „Ruht euch ein wenig aus!“ Selbst wenn es viel zu tun gäbe, wenn vieles unerledigt bleibt, selbst dann ist manchmal Zeit zum Ruhen – auch die Ruhe gehört zu unserem Leben dazu.
Immer wieder brauchen wir Unterbrechungen, Zeiten der Ruhe für Leib und Seele. Die Urlaubszeit kann solche Zeiten eröffnen, weil anderes wegfällt, was uns sonst ununterbrochen beschäftigt. Manche suchen die Ruhe am Meer, andere in den Bergen, wieder andere genießen die Zeit zuhause und finden die Ruhe rund um Uhlbach und Obertürkheim in den Weinbergen. Egal wo wir die Ruhe finden: in der Ruhe und in der Unterbrechung können sich Türen auftun, die wir sonst manchmal gar nicht sehen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie in dieser Ruhe auch die Nähe Gottes spüren; dass sich im Gebet, in der Ruhe selbst, im Loslassen des Alltags auch diese Tür auftut: die Tür zum wirklich Wichtigen. Wenn Jesus seinen Jüngern sagt: Ruht euch ein wenig aus, dann will er, dass wir in der Ruhe zu uns und zu Gott kommen. Das wünsche ich Ihnen.

Eine gesegnete und ruhige Sommerzeit,

Ihr Pfarrer Jakob Spaeth

Letzte Änderung amDienstag, 24 Juli 2018 08:22