Log in

Weltversöhnung?

Gedanken zum Monatsspruch für den Monat September

Weltversöhnung?

Versöhnung klingt so gut, aber in Wirklichkeit ist es richtig schwer! Was habe ich für innere Hürden, bis ich überhaupt dazukomme, es zu versuchen. Vielleicht müsste ich mir selbst eingestehen, dass ich etwas Falsches gesagt oder getan habe! Das ist ja beschämend und mich schämen will ich schon gar nicht.

Gott und die Welt sind wohl weit auseinandergerutscht. Davon geht Paulus aus, der im Brief an die Korinther diesen Satz geschrieben hat, der als Monatsspruch für den September steht: „Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.“ 2. Kor. 5,19

Waren Gott und die Welt unversöhnt? Haben sie nicht zueinandergefunden?

Was brauchte Gott, um sich mit der Welt zu versöhnen? Er brauchte keine Strafen und Katastrophen, keine Erdbeben und Pandemien. Er brauchte diesen Menschen Jesus, der in der ganz engen Verbindung leben konnte, in der Liebe und der Klarheit der göttlichen Gerechtigkeit.

So braucht Gott wohl auch mich? Ich suche die Verbindung. Das Coronavirus hat mich verstört. Was haben wir falsch gemacht?

Auch ich, auch mein Lebensstil? Schritt für Schritt taste ich mich vor. Kerze für Kerze und Bitte für Bitte. Da liegen die Holzscheiben aus dem Taizégottesdienst vom letzten Jahr, wie eine kleine Straße, erleuchtet vom Kerzenlicht, Lichtpunkte führen zum Altar über die Bibel hinaus, dahinter das Kreuz.

Kann ich mich versöhnen auf diesem Weg, mit mir selbst, mit Gott, mit meiner so verdrehten Welt? In Christus hat Gott die Welt mit sich versöhnt. Braucht Gott mich als Christin, uns alle, seine Kirche immer wieder, vielleicht jeden Tag? Kerze für Kerze und Schritt für Schritt?

Wie gut ist es, diese Schritte wieder gemeinsam gehen zu können, das haben wir in den letzten Wochen besonders gespürt. Auch wenn wir die Abstände zueinander einhalten, erleben wir die Verbundenheit!

Friederike Weltzien

Letzte Änderung amDienstag, 15 September 2020 10:14