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Flüchtlingsarbeit

Flüchtlingsarbeit 2014 im Bezirk Bad Cannstatt

Ausführliche Fassung

Flucht und immer wieder Flucht!

Es ist eine Tatsache, immer mehr Flüchtlinge erreichen Deutschland. Sie werden den verschiedenen Städten und Stadtteilen zugeteilt. Das bedeutet, sie kommen in die Gebiete unserer Kirchengemeinden. Bald werden Flüchtlinge in neu errichteten Wohnblöcken im Neckarpark in Cannstatt untergebracht werden, in Hofen, in Cannstatt, auch in Wangen, wo es schon ein Flüchtlingsheim gibt, und an weiteren Standorten.

Wie gehen wir als Kirchengemeinden damit um? Unserem christlichen Selbstverständnis am angemessensten ist ein offenes, interessiertes und anteilnehmendes Engagement, um diese Menschen in unserem Lebensumfeld willkommen zu heißen. Dafür braucht man aber Verbündete, wirksame Unterstützung geben kann man am besten im Verbund mit anderen gleich gesinnten Menschen.

In einigen Kirchengemeinden haben sich ökumenische Arbeitskreise und Freundeskreise gebildet, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Flüchtlingen in dem schwierigen Alltag, dem Neuanfang in einer gänzlich fremden Kultur, oft ohne Sprachkenntnisse und nach traumatischen Fluchtgeschichten, zur Seite zu stehen. In erfreulich großer Zahl haben sich Menschen bei den ersten Treffen der neu gegründeten Freundeskreise eingefunden. Koordiniert werden die verschiedenen Freundeskreise durch den AK Asyl, unter der Leitung von Pfarrer Baumgarten und seinem Vorstand, der sich schon seit Jahrzehnten für Asylsuchende in ganz Stuttgart einsetzt.

Am dringlichsten seien nun zunächst die Deutschkurse für Erwachsene. Die Stadt Stuttgart geht im Bereich der Sprachkurse in Vorleistung, unabhängig von Bundesmitteln (die auf diesem Gebiet in der Regel an die Anerkennung von Flüchtlingen als Asylsuchende gekoppelt sind): ein Kontingent von 200 Stunden  professionellem Sprachunterrichts steht jedem Flüchtling zu, unabhängig vom Anerkennungsstatuts. Sie sollen möglichst ortsnah angeboten werden.

Ein großes Problem ist aber auch die für die ersten Monate fehlende Arbeitserlaubnis. Vor allem junge, allein stehende Männer leiden darunter, nur zu Hause zu sitzen. Sportliche Aktivitäten können da eine Entlastung sein und eine Möglichkeit Kontakte zu knüpfen.

Flucht ist ein Thema, das sich für uns in Deutschland häufig mit eigenen Geschichten verknüpft. Die Fluchten meiner Mutter und meiner Großmutter, der Tod meiner Urgroßmutter im Schnee, all die vielen Geschichten, die mir die Menschen in Seelsorgegesprächen erzählt haben. Flucht und immer wieder Flucht. Wer als Flüchtling erlebt, willkommen zu sein, wird sich leichter integrieren und als ein wertvolles Mitglied einer immer interkultureller werdenden Gesellschaft einbringen können. Wir, die evangelischen Kirchengemeinden im Bezirk Bad- Cannstatt, möchten unseren Teil dazu beitragen. Für Informationen über die Situation in ihrer Gemeinde, besonders zu den Standorten der neuen Flüchtlingsunterkünfte und der sich neu gründenden Freundeskreise wenden Sie sich bitte an das Pfarramt Ihrer eigenen Gemeinde.

Mt25,35:

Denn ich war hungrig

Und ihr habt mir zu Essen gegeben

Ich war durstig,

und ihr habt mir zu trinken gegeben.

Ich war ein Fremder,

und ihr habt mich als Gast aufgenommen.

Möge es uns gelingen den Flüchtlingen zu begegnen, wie es unserem christlichen Selbstverständnis entspricht.

Mit freundlichen Grüßen auch im Namen der Pfarrerschaft des Bezirks

Pfr.in Friederike Weltzien und Pfr.in Ulrike Sill

P.S. Bei uns in Obertürkheim und Uhlbach sind vorläufig keine Flüchtlingsunterkünfte geplant. Das heißt nicht, dass wir nicht auch aufgefordert sind uns zu engagieren und über die Gemeindegrenzen hinaus zu sehen, wo wir uns einbringen können. Gerne würde ich einen Gemeinde übergreifenden Arbeitskreis ins Leben rufen, der sich mit dieser Problematik beschäftigt. Einerseits ist es mir wichtig das Wissen zu vertiefen, um die religiösen und kulturellen Unterschiede verstehen zu können. Z.B. werden wir uns intensiver mit dem Islam und dem orthodoxen Christentum beschäftigen, andererseits ganz praktisch in den Dialog mit den Flüchtlingen eintreten, um herauszufinden, was notwendig sein kann für sie! Bei Interesse melden Sie sich bitte im Pfarramt Obertürkheim. Termine werde ich nach den Sommerferien bekannt geben.

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Letzte Änderung amDienstag, 03 Mai 2016 16:40
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