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Aus der Flüchtlingsarbeit

Aus der Flüchtlingsarbeit
Es ist erstaunlich, wie sich die Flüchtlinge einbringen und weiterhin nach Obertürkheim kommen, obwohl sie längst aus der Halle ausgezogen sind und auf andere Unterkünfte verteilt wurden. Zu Ostern besuchten uns einige im Gottesdienst. Baha Ismael hielt eine Dankesrede, er dankte dem deutschen Volk, das „uns die Herzen und die Türen geöffnet hat“ und versuchte die enge Zusammengehörigkeit von Christen und Moslems hervorzuheben. Alaa Ghalyoun beschrieb auf deutsch seinen Neuanfang in diesem ihm fremden Land, in dem er vor einem Jahr angekommen war und auch dank der Unterstützung vieler inzwischen ein großes Wegstück zur Integration zurückgelegt hat. Wir beendeten diesen Gottesdienst mit einem eindringlichen Fürbittgebet um Frieden in Syrien und in der Welt!
Jeden Dienstag wird ein anderes syrisches Essen gekocht, inzwischen sind es regelmäßig ca. 80 Leute, die zum Essen kommen. Schon kurz nach 15:00 Uhr stehen die ersten an der Tür und warten darauf, dass das Essen ausgegeben wird. Besonders erfreulich finde ich, dass auch die afghanischen Flüchtlinge aus der Halle kommen und alle das gemeinsame Essen genießen, auch wenn die Verständigung mit ihnen schwieriger ist als mit den syrischen Flüchtlingen. Jedes Mal überlegen wir uns ein kleines Programm für die Kinder, denn es sind sehr viele Kinder, die beschäftigt werden wollen. Manchmal wird mit Farben gearbeitet, neulich haben wir Kartoffeldruck gemacht und Ostereier angemalt. Dann sind der Fußboden und die Kleider bunt und die Kinder glücklich! Am schönsten war natürlich das Osterfest , Ahmed der Koch hatte spezielle Süßigkeiten gezaubert und wir hatten 50 Säckchen mit Ostereiern im Garten versteckt, für jedes Kind eines. Das war dann schwer deutlich zu machen, dass diejenigen die so schnell im Suchen waren doch nur ein Säckchen behalten durften, damit jedes Kind eines bekommt. Aber es hat allen Spaß gemacht!
Die Flüchtlinge nutzen im Café Bonvenon die Gelegenheit mit den Ehrenamtlichen ins Gespräch zu kommen, und viele brauchen spezielle Beratung und Unterstützung. Aber sie können sich auch in vielen Fragen gegenseitig weiterhelfen, besonders da sich die „Alten“ mit den neu Gekommenen im Café treffen.
Wünschen würden wir uns einen besseren Besuch des Cafés von anderen Obertürkheimer Bürgern. Es ist doch eine Gelegenheit sich gegenseitig kennenzulernen und Ängste oder Hemmungen abzubauen. Die Verständigung klappt merkwürdigerweise irgendwie, eben wirklich mit Händen und Füßen oder es gibt doch so manche, die Übersetzen können. Durch den unglaublichen Einsatz von Frau Knörzer konnte für alle Flüchtlinge ein ehrenamtliches Angebot zum Deutschlernen organisiert werden. Das Gelernte muss doch auch geübt und angewendet werden!
Die Stimmung in der Halle ist immer mal wieder sehr angespannt, da sich die afghanischen Flüchtlinge mit den syrischen Flüchtlingen schlecht verständigen können und sich manchmal der allgemeine Frust gegeneinander entlädt. Die Deeskalation konnte aber Dank dem umsichtigen Verhalten der Heimleitung bisher immer gelingen.
Weiterhin sind wir sehr angewiesen auf Spenden, um unsere Angebote aufrecht zu halten. Die Konto-Nr.: IBAN: DE 75600501010004381457
Jede Form der Beteiligung von Ehrenamtlichen wird sehr begrüßt! Ihre Friederike Weltzien
Die Homepage des Freundeskreises finden Sie unter https://freundeskreise-stgt-WHO.de

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