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Neues aus der Flüchtlingsarbeit

Nun sind die Zimmer alle belegt in den drei neuen Gebäuden in der Hafenbahnstraße. Mehr als 200 Flüchtlinge sind dort eingezogen. In jedem Zimmer sind drei Menschen untergebracht. Küchen und Bäder werden jeweils von den Bewohnern von 8 Zimmern gemeinsam benutzt. Wir haben an unseren Montagscafés zwei große Willkommensfeste mit leckerem syrischen Essen veranstaltet, für jeden großen Schwung der Neueingezogenen. Es sind Menschen verschiedenster Nationalitäten, die da zusammenkommen und mühsam versuchen miteinander deutsch zu sprechen. Einige können es nach etwas mehr als einem Jahr schon erstaunlich gut und helfen dann soweit es geht als Übersetzer. Es sind Menschen, die jetzt schon vertrauter geworden sind mit der neuen Situation, die schon so ungefähr wissen wie das Leben in diesem Land und in dieser Stadt läuft. Sie sind weiterhin angewiesen auf Kontakte zu uns Deutschen, auf unsere Unterstützung, auf unsere Hilfestellungen. Wir sind sehr froh, dass Margret Knörzer wieder die Unterstützung beim Sprachenlernen organisiert hat und je nach Sprachniveau verschiedene Lerngruppen organisiert hat, mit den dazugehörigen Unterrichtenden. Es fehlen aber immer noch 2-3 Menschen zusätzlich, die eine solche Aufgabe wahrnehmen könnten! Wer sich das vorstellen kann möge sich bei uns melden! Frank Berauer organisiert das Kinderprogramm. Sie möchten den Kindern feste Zeiten bieten, an denen sie das Spielzimmer öffnen um dort gemeinsam zu spielen und zu basteln. Bisher ist es aber organisatorisch noch nicht so weit, da Freiwillige fehlen, die sich zu diesen festen Zeiten verpflichten können. Es gibt daher spontane Spielaktionen, immer wenn zwei gemeinsam eine Zeit finden, die sie den Kindern widmen können. Bitte lesen sie auch hier die Aufforderung mit, ob sie sich nicht in der Lage sehen ab und zu eine gewissen Zeit den Kindern in der Unterkunft zu widmen.

Auch für das Willkommenscafé brauchen wir weiterhin Menschen, die sich einlassen möchten auf spannende Begegnungen, auf interessante Gespräche, Menschen, die bereit sind Beziehungen zu knüpfen.
Wir, der Freundeskreis für Flüchtlinge, brauchen weitere Ehrenamtliche, die sich in verschiedenen Bereichen (Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung; Begleitung zu Ärzten und Behörden, Freizeitangebote etc.) engagieren.
Wir brauchen dringend weitere Spendengelder um unsere Arbeit fortsetzen zu können.
Spendenkonto der Evangelischen Gemeinde Obertürkheim: Stichwort Flüchtlinge:
IBAN: DE75 6005 0101 0004 381457
Im Namen des Teams
grüßt Sie E. Remppis und Pfr.in Friederike Weltzien
Bei Fragen wenden sie sich bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hand in Hand für die Zukunft

Inzwischen habe ich, Friederike Weltzien, einen besonderen Auftrag des Kirchenkreises wahrgenommen. Vielleicht haben sie es schon bemerkt, dass ich am Freitag vormittag nicht im Pfarramt anzutreffen bin. Freitagvormittags bin ich im Pfarramt Asyl. Dort biete ich arabisch sprachigen Flüchtlingen Beratung an. Daraus hat sich jetzt eine kleine Truppe entwickelt, die sich ehrenamtlich für andere Flüchtlinge einsetzen möchte und das auch schon sehr motiviert tut. Sie bringen unsere Einladungen in die Unterkünfte, sie helfen anderen Flüchtlingen beim Transfer von einer Unterkunft in die andere, sie vermitteln bei Konflikten zwischen verschiedenen Flüchtlingsgruppen in den Unterkünften. Sie bereiten das Willkommens Café im Luthersaal vor, kochen Kaffee und Tee und stellen die Tische und die Stühle. So entsteht eine andere Ebene der Flüchtlingsarbeit, Flüchtlingsselbsthilfegruppe könnte man es auch nennen. Sie haben sich selbst den Namen gegeben: Hand in Hand für die Zukunft.
Es sind spannende Gespräche, die wir da führen, über die schwierigen Wege, die zum Frieden führen, über die sehr komplizierten Verfahren, die gefordert werden um als Flüchtling in Deutschland leben zu dürfen. Was kann einem die Kraft vermitteln trotz all der Sorge um die Familie in den Heimatländern, trotz des ausgesetzten Familiennachzugs, trotz der Unsicherheit, ob man Bleiberecht bekommt oder nicht, trotz alledem den Mut zu behalten, sich seelisch aufrecht zu halten? Was hilft? Wie kann man sich darin gegenseitig unterstützen. Immer wieder führen unsere Gespräche zur Kraft der Religion, erstaunliche Gemeinsamkeiten ergeben sich trotz all der Unterschiedlichkeit der religiösen Formen. Wir profitieren voneinander in dieser offenen Atmosphäre, die uns einen vertrauensvollen Austausch ermöglicht.

Letzte Änderung amMontag, 13 Februar 2017 11:40