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Flüchtlingsarbeit

Aktuelles aus der Flüchtlingsarbeit

Unsere Unterkunft in Obertürkheim wird zur Zeit immer voller, obwohl immer mehr Flüchtlinge eine Wohnung finden und kaum neue Flüchtlinge in Stuttgart ankommen. Aber es werden Unterkünfte geschlossen und Flüchtlinge werden hin und her geschoben, von einem Stadtteil zum anderen. Die Regelung, dass einem Menschen ein Wohnraum von mind 7 qm zusteht, soll erst ab Oktober 18 gelten. Also wird solange noch möglichst jedes kleine Zimmer in der Unterkunft mit 4 Personen belegt. Kinder müssen sich wieder umgewöhnen, neue Schulen, neue Klassen neue Beziehungen knüpfen. Wie kann es sein, frage ich mich, dass die Stadt Stuttgart so viel Geld investiert in die Integration von Flüchtlingen und dann jeden Ansatz von Integration der Menschen in den Stadtteilen, in denen sie angekommen waren, wieder vereitelt?

Sehr dankbar wurde das Angebot im Ramadan angenommen, im Luthersaal das gemeinsame Fastenbrechen zu feiern. 4 mal im Ramadan, jeden Montagabend, kamen Menschen aus den verschiedensten Stadtteilen und Unterkünften um diesen Höhepunkt des Tages, nach dem Untergang der Sonne gemeinsam zu erleben, der erste Schluck Wasser nach einem heißen Tag und dann eine Dattel ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen und die Süße wirken lassen. Es ist eine Freude dabei zu sein. Auch wenn wir Christen nur von außen miterleben was für eine große Bedeutung der Ramadan für die moslemischen Gläubigen hat. Besonders wesentlich sind mir und einem Teil der Besucher die religiösen Gespräche und der Austausch über unsere verschiedenen Traditionen in diesem Zusammenhang.

Unser Kreis von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen hat sich leider stark reduziert. Wir erleben wenig Unterstützung von dieser Seite. Allerdings haben sich die geflüchteten Menschen inzwischen sehr viel besser organisiert. Sie sind unabhängiger geworden. Den Iftar haben sie selbständig durchgeführt. Vom Einkauf bis zum Kochen und zum Abschluss sauber machen und spülen, lief alles wie am Schnürchen.

Und während ich mich freudig an Vergangenes erinnere beschleicht mich eine große Sorge: wie wird es weitergehen?

Der kleine Minijob, den Claudia Gieseler ganz groß gefüllt hat, läuft in diesem Monat aus und sie legt ihre Arbeit nieder. Torsten Hoffman, der für unsere Freundeskreise (Wangen-Hedelfingen-Obertürkheim WHO) die Kasse geführt hat wird Obertürkheim verlassen. Zwei Menschen, die eine große Lücke reißen!

Ich kann an dieser Stelle nur mein Bedauern und meinen großen Dank zum Ausdruck bringen! Liebe Claudia, was für anstrengende Monate liegen hinter uns. Aufbau und Enttäuschung immer im Dreierschritt, drei Schritte vor und zwei zurück. Immer an der Grenze der Kraft, immer in Zeitnot, immer noch mal ein Abend mehr reingehängt. Aber tiefer sitzen die schönen Erlebnisse, die Feste, die wir feiern konnten, die Aktivitäten, vom Schultütenbasteln zum Laternenlaufen, Frauenfrühstück und Weihnachtsgottesdienst, Ostern, Ramadan, Fasching und Willkommensraum Eröffnung. Überall warst du dabei, immer war deine helfende Hand, dein Mitdenken und Vorausdenken und deine Fröhlichkeit zu spüren. Ohne dich wären wir nicht da angekommen wo wir jetzt stehen die Schaffung eines Willkommensraumes und einer 25% Koordinatorinnenstelle, die wir nun besetzen dürfen mit Frau Sayima Ergün-Pick.

Ein großer Dank Dir, liebe Claudia! Und Dank auch an Torsten, der die Kasse so sorgfältig geführt hat!

Letzte Änderung amDienstag, 24 Juli 2018 08:16
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