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Rezension Konzert 150601

Frisch wie am ersten Tag

Die Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz in Uhlbach

a50511ck miniDass der Chor eines kleinen Ortes zu Höchstleistungen fähig ist, davon legte die Geistliche Abendmusik in der Andreaskirche zu Uhlbach Zeugnis ab. Der Kirchenchor Uhlbach sang als das zentrale Werk die Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz (1585-1672). Es ist die erste vertonte Weihnachtsgeschichte im Raum des Protestantismus überhaupt. Sie klang unter der Leitung von Simone Woll frisch wie am ersten Tag. Der Chor sang intonationssicher und lebendig und traf die Affekte, also die Gefühlslagen der Chorsätze, überzeugend.
Zum Gelingen trugen auch die Solisten bei, der Sopran Mirjam Borchert als hell und klar klingender Engel, der Bassist Rainer Leipp als dunkler Herodes und vor allem der Tenor Peter Gortner, der als Evangelist den Löwenanteil zu bewältigen hatte. Er beherrschte seinen Part unangestrengt und emotional berührend. Ein Instrumentalensemble unter Mitwirkung von Thomas Schäfer-Winter an der Orgel unterstützte Chor und Solisten souverän und wirkungsvoll. Eingeleitet wurde der Abend mit der mitreißenden Motette "Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt (1611-1675). Weihnachtliche Hirtenstimmung verbreitete die instrumentale Pastorale von Johann David Heinichen (1683-1729).
Die zahlreich erschienenen Zuhörer durften singend mitwirken bei "Der Morgenstern ist aufgedrungen" von Michael Prätorius (1571-1621).
Pfarrerin Margarete Goth gab dem Konzert den geistlichen Rahmen. Lang anhaltender, mehrfacher und hochverdienter Beifall belohnte die Ausführenden.

Diederich Lüken

Letzte Änderung amDienstag, 03 Mai 2016 16:40