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Musikverein Uhlbach Konzertkritik

Mit Präzision und Einfühlung
Der Musikverein Uhlbach unter seinem neuen Dirigenten in der Andreaskirche

Die BigBand, also die „Jugendabteilung" des Musikvereins Uhlbach, eröffnete das Kirchenkonzert am 25. April. Unter der Leitung von Jürgen Lenz zeigten die jungen Musikanten, was sie geprobt hatten; und es war hörenswert. Ihre musikalischen Darbietungen wurden ergänzt durch Samira, die mit ihrer Stimme das zahlreich erschienene Publikum verzauberte. Unter anderem erklang das Halleluja von Leonard Cohen und "I Dreamed a Dream" von C. Schönberg. Höhepunkt war „Pirates oft he Caribbean" von Klaus Badelt, ein Stück, das ganz unterschiedliche musikalische Charakterisierungen verlangt. Die jungen Leute meisterten das bravourös, und der große Beifall war überaus verdient.
Das Konzert bekam seinen besonderen Akzent durch die Ehrung des scheidenden ersten Vorstandes Horst Braun. Achim Böhle würdigte seine großen Verdienste; und der amtierende erste Vorstand, Jürgen Lenz, ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden. Ein langer, teilweise stehender Applaus dankte Horst Braun für seine weitreichende Tätigkeit. Seine Frau Margarete fand ebenso die ihr zustehende Würdigung.
Nun aber gab es gespannte Aufmerksamkeit für den zweiten Teil des Konzertes, galt es doch, den neuen Dirigenten, Dieter Richter, kennenzulernen. Dieser kontrollierte erstmal ausführlich die Stimmung der Blasinstrumente; das kam dem weiteren Verlauf des Konzertes sehr zugute. Dann aber ging es richtig zur Sache mit „Attila", einem Stück von Julius Fucik. Die besonderen Fähigkeiten des Dirigenten wurden sofort sicht- und hörbar: die Präzision seiner Zeichengebung und das musikalische Einfühlungsvermögen, die Sensibilität für den musikalischen Ausdruck. Man spürte sofort: Hier wusste jemand, was er wollte, und er konnte es unmissverständlich umsetzen. Die Russian Dance Suite von Kees Vlak zeigte ungewöhnliche Kombinationen der Instrumente, Klangfarben, die man von einem Musikverein nicht erwartet hatte – und das alles mit unüberhörbarem „Schmiss". Ähnlich interessant und spannend geriet die „Music" von John Miles; stiller, nachdenklicher, aber musikalisch ebenso reizvoll „Con amore" von Pavel Stanek.
Nun mussten Horst und Margarete Braun noch einmal vor das Publikum treten und die Ehrung durch die Pfarrerin Margarete Goth in Empfang nehmen. Horst Braun nahm die Gelegenheit wahr und warb für die Schrottsammlung, die in Kürze stattfinden wird.
Die Zugabe durch den Musikverein geriet dann so, wie man es von einem Platzkonzert kannte: ein mitreißender Marsch. Bemerkenswert war, dass der Dirigent alles auswendig dirigierte. Er hatte seine Stücke im Kopf und war seinen Musikern immer um die Zehntelsekunde voraus, die man braucht, um seinen musikalischen Willen auf die Ausführenden zu übertragen. Unter seinem Dirigat fand der Musikverein zu einer ungewöhnlich hohen Qualität. Ohne die Arbeit seiner Vorgänger schmälern zu wollen: Dieser Dirigent ist ein großer Gewinn für den Musikverein.

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Letzte Änderung amDienstag, 03 Mai 2016 16:40
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