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Andacht Weihnachten

Weihnachten ohne Christbaum und Krippe?

Liebe GemeindebriefleserInnen,
Weihnachten ohne Christbaum und Krippe? Eine Weihnachtsnummer der Kirche ohne weihnachtliches Bild auf der ersten Seite? Ja, dazu habe ich mich entschlossen. Ich bin sicher, dass es trotzdem Weihnachten bei uns wird. Gott wird Mensch. Er kommt zu uns als kleines hilfloses Kind. In einer Notunterkunft will er ankommen. Besuch von Engeln bringt himmlischen Klang und Wärme auf die Erde in einen kalten und zugigen Stall. Die edlen Herren aus dem Morgenland bringen kostbare Geschenke, die von unfassbarem Wert sind. Hirten bringen warme Schaffelle. Das kann das Jesuskind sehr gut brauchen für seinen nächsten Weg, die Flucht nach Ägypten.

Mit der Stuttgarter Schulderklärung gingen im Oktober 1945 Geistliche an die Öffentlichkeit. Sie gestanden sich ein, dass die offizielle Kirche und viele Christen zu wenig geglaubt, zu wenig gebetet und sich zu wenig für Verfolgte eingesetzt haben.

Nun haben im September 2015 führende geistliche Vertreter in unserem Land eine Erklärung zur aktuellen Situation der Flüchtlinge in sechs Punkten abgegeben. Sie ist auf dem Titelblatt abgebildet. Sie können Sie auf unserer Homepage nachlesen unter www.kirche-uhlbach.de
Im Punkt 6 heißt es:

"Uns in Deutschland ist aufgrund unserer Geschichte in besonderer Weise bewusst, welches Geschenk es ist, Hilfe in der Not und offene Türen zu finden. Ohne die Hilfe, die uns selber zu Teilgeworden ist, wären wir heute nicht in der Lage, mit unseren Kräften anderen zu helfen. Wir als Leitende Geistliche wollen uns dafür einsetzen, dass Europa jetzt gemeinsam handelt und seinen Verpflichtungen gemeinschaftlich nachkommt."

Viele von Ihnen engagieren sich materiell und ideell, mit Lebenszeit und -kraft in der Flüchtlingsarbeit. Auch das Gebet zähle ich dazu. Bitte überlegen Sie sich beim Thema „Geschenke", wie Sie in Ihren Familien, Vereinen und in beruflichen Zusammenhängen als Christen in diesem Jahr damit umgehen wollen. Wie oft höre ich, dass Familien sagen: „Eigentlich wollten wir uns nichts mehr schenken, aber...."

In der Presse finden Sie viele Möglichkeiten zu helfen. Auch in den Flüchtlingsunterkünften in unserer Umgebung wäre es schön, wenn ein weihnachtliches Geschenk in die Notunterkünfte und auf die Fluchtwege wie vom Himmel käme. Das Christkind bringt nicht die materiellen Geschenke. Das Christkind begegnet uns in jedem, der in Not ist. Mit unseren Geschenken an Flüchtlingen beschenken wir das Christkind, Jesus Christus, den Sohn Gottes, selber.

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Weihnachtszeit.

Herzlichst, Ihre
Pfarrerin Margarete Goth

Letzte Änderung amFreitag, 06 Mai 2016 10:21