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Ein besonderer Adventsgottesdienst mit Diakon Peter Hülle

Foto P.HulleAm vergangenen ersten Advent feierten wir in Obertürkheim einen besonderen Abendmahlsgottesdienst mit Diakon Peter Hülle. In einem kleinen Predigtinterview zeigte er die Verbindung zwischen dem Predigttext und seiner Arbeit in der Kreisdiakoniestelle auf und verdeutlichte uns anschaulich und konkret, welche Arbeit er auch für unsere Gemeinden in Uhlbach und Obertürkheim von der Kreisdiakoniestelle in Bad Cannstatt leistet. Hier einige Auszüge aus dem Interview:

Wir sind in der Stadt oft mit Situationen konfrontiert, in denen jemand bettelt und Geld von uns haben will. Ist es sinnvoll den Menschen etwas zu geben?
Ich habe den Verdacht, dass es sich bei den meisten Menschen, die auf der Straße betteln nicht um Einzelpersonen handelt, die in Not sind, sondern oft um Gruppen, die sich auf diese Weise Geld verschaffen wollen. Dabei wird oft auch mit dem Mitleidsgefühlen der Vorbeigehenden gespielt: äußerlich sichtbare Gebrechen, entsprechend schlechte Kleidung usw. Letzten Endes jedoch bleibt es die Entscheidung von jedem Einzelnen von uns, ob wir etwas geben wollen. Wichtig ist für mich immer, dass ich das klar für mich entscheide!

Können sie ein klein wenig genauer berichten, was Ihre Aufgaben in der Kreisdiakoniestelle sind?
Wir sind vor allem der diakonische Beratungs- und Unterstützungsdienst der Evangelische Kirche im Dekanat Bad Cannstatt. Unsre Aufgabe ist es Menschen ohne Ansehen der Person in Geschlecht, Religion oder Alter in ihrer konkreten Lebenssituation zu unterstützen und zu begleiten. Es kommen sehr viel Menschen zu uns, die am Rande des Existenzminimums leben (z. B. Hartz IV), aber auch andere, die ein offenes Ohr, ein gemeinsames Überlegen in einer schwierigen Situation brauchen. Wir können oft mit materiellen, mutmachenden und klärenden Möglichkeiten helfen. Und wo wir es nicht können, vermitteln wir diese Menschen an andere Dienste und Stellen, die dafür die Kompetenz haben.

Sehen Sie schon jetzt in Ihrer Arbeit, dass im übertragenen Sinne Blinden die Augen aufgetan werden?
Wenn ich von dieser biblischen Vision ausgehe, dann ermutigt mich das vor allem, darauf zu Vertrauen, dass mehr möglich ist, als das was wir selbst tun können. Und Blinden die Augen auftun, kann manchmal heißen, Menschen zu vermitteln, wo ihre Fähigkeiten und Gaben liegen, die Gott ihnen geschenkt hat zur eigenen Bewältigung ihrer Lebenssituation. Dafür gibt auch einen fachlichen Begriff , der „Empowerment“ heißt. Das bedeutet soviel, wie „Selbstbefähigung zur Entdeckung der eigenen Stärken.“ Das ist natürlich auch immer ein Ziel, auf das wir uns zu bewegen mit allen Rückschlägen und Misserfolgen!

Was können wir als Gemeinde für Ihre Arbeit tun?
Zunächst einmal erkennen, dass wir in der Kreisdiakoniestelle nicht andres sind,
als die Außenstelle der Kirchengemeinden in Sachen „Diakonie“. Denn Diakonie hat für mich den Ursprung in der Gemeinde, denn dort bei Ihnen wird mit großer Sicherheit Diakonie gelebt, im Offiziellen und im Informellen. Jede und jeder von Ihnen hat sicherlich Menschen, um die sie sich kümmern.

Das ausführliche Interview finden Sie auf unserer Homepage www.obertuerkheim-evangelisch.de unter der Rubrik "Neues aus Obertürkheim". Das Interview führte Pfarrer Christian Kögler.

Letzte Änderung amDienstag, 03 Mai 2016 16:40